| Die Königsstadt Bagan
Die Königsstadt Bagan

Die Königsstadt Bagan

Es gibt nicht viele Orte auf dieser Welt, die solch einen einzigartigen Schauplatz bieten. Bagan, die ehemalige Haupt- und Königstadt in Myanmar, tut genau das.

Weit über 2000, Jahrhunderte alte mächtige Tempel finden Sie auf einer Fläche von ca. 36 Quadratkilometern. Bagan war einst eine Stadt der Könige und das Zentrum des ersten vereinten Reiches des heutigen Myanmars. Heutzutage ist es eines der eindrucksvollsten archäologischen Stätten Südostasiens und somit auch eines der wichtigsten Reiseziele Burmas.

Was genau macht Bagan so besonders? Dieser Ort hat etwas, weit jenseits der für die Augen sichtbaren Schönheit. Bagan verfügt über eine besondere Energie, die man im Herzen spüren kann. Es fühlt sich so an, als würde Bagan ein ganz besonderes Geheimnis bergen. Die lächelnden Gesichter, die ungepflasterten Straßen und die gewisse und scheinbar inhärente Reinheit der Einwohner geben uns den Eindruck von einer kleinen vertrauten Ortschaft auf dem Land. Dadurch, dass die Regierung in Myanmar recht spät die Grenzen für die Außenwelt öffnete, ist ein Großteil des Landes noch unversehrt von den Touristenmassen.

Anreise nach Bagan

Wir wollten nicht die einfachste und bequemste Route in die ehemalige Königsstadt wählen, also entschieden wir uns für einen Flug ins Zentrum des Landes, genauer gesagt zum Mandalay International Airport. Von dort aus nahmen wir eine 8-Stündige Zugfahrt Richtung Bagan. An Bord wurde Essen und Trinken angeboten. Obwohl es eine begrenzte Auswahl an Essen gab (Chicken-curry oder Chicken-curry), hat es das leckere und frische burmesische Bier (empfohlen!) mehr als wettgemacht. Müde und zufrieden erreichten wir am späten Nachmittag klappernd den Bahnhof in Nyaung (wo sich auch der einzige Flughafen der Region befindet). Da wir den nächsten Tag so gut wie möglich nutzen wollten, begaben wir uns gleich nach Ankunft auf dem Weg nach Alt-Bagan. Dort hatten wir bereits ein Hotel am Rande des Irrawaddy Flusses gebucht. Für diejenigen, die den Transport auf dem Wasser bevorzugen, empfehlen wir die Mandalay-Bagan Bootsfahrt. 9 Stunden dauert die ca. 170Km lange Fahrt. Im Hotel angekommen, dauerte es nicht lange bis wir in unsere Betten fielen, denn es erwartete uns ein aufregender Tag.

Der Kern der archäologischen Zone von Bagan umfasst mehrere der wichtigsten Tempelanlagen, Stadtmauern, ein Museum, einen rekonstruierten Palast, Restaurants, einige Geschäfte und einige Hotels mittlerer bis hoher Qualität. Die Altstadt liegt direkt an einer Kurve des Ayeyarwady Flusses. Daher lohnt es sich, hinunter zum Ufer zu wandern, um das Kommen und Gehen des Flusshandels zu beobachten.

E-Bike Tour

Wir beschlossen, die ersten zwei Tage mit E-Bikes die Gegend zu erkunden, da die Fläche zu groß ist um zu Fuß zu gehen. Und so wurden wir am ersten Morgen in Alt-Bagan mit einer Oase des Lächelns begrüßt: Kinder, die mit ihren Fahrrädern über die durchlöcherten Feldwege fuhren; Teenager spielten Fußball auf der Straße; ein alter Mann, der einen Ochsenkarren fuhr, mit einem breitkrempigen Hut, die strahlende Sonne im Gesicht. Alle lebten sie lächelnd den sonnigen Tag aus.

Tausende von Tempeln und Pagoden

Die unglaublich hohe Zahl and Tempel und Pagoden macht es schlicht unmöglich, in einer so kurzen Zeit die vielfältigen Strukturen ausführlich zu beschreiben, geschweige denn zu besichtigen. Dennoch wollen einige der Bauwerke genannt werden: die Sein-Nyet-Schwester-Tempel, über dessen Baujahr immer wieder gestritten wird. Unterschiedliche Baustile deuten darauf hin, dass beide Gebäude wohl aus verschiedenen Zeiten stammen;

Die Shwesandaw Pagode – Aufgrund der fantastischen Aussicht die dieser Ort bietet, ist sie bei Sonnenaufgang manchmal überfüllt. Doch schon wenige Stunden später verflüchtigen sich die Menschenmassen und man kann sich die Zeit nehmen, die steilen Stufen zu erklimmen. Es soll eine der ersten Pagoden sein, die von Anawrahta, dem Vater der burmesischen Nation, 1057 gebaut wurde; Das 1144 erbaute Thatbyinnyu Tempel ist mit 61 Metern Höhe das höchste der Bagan-Monumente. Da es an den viel belebteren Ananda-Tempel grenzt, kann man hier mit etwas Glück den Tempel praktisch für sich selbst zum Erforschen haben; der Dhammayangyi Tempel, welches von dem Tyrannen König Narathu während seiner dreijährigen Herrschaft erbaut wurde. Aus der Ferne, oder mit Ballonfahrt, sieht der Tempel wie eine ägyptische Pyramide aus und ist die größte Struktur in Bagan. Dies sind nur ein Paar der unzähligen Sehenswürdigkeiten die wir euch vorschlagen könnten. Es gilt: Selbst erforschen!

Pferdewagen Tour

Als Po und Beine anfingen über die Anstrengung zu klagen, ließen wir die Räder beiseite und setzten im dritten Tag auf ein bequemeres Transportmittel – der Pferdekarren! Einige Einwohner hatten uns zuvor geraten dieses Transportmittel zu nutzen, denn dieser friedliche Zufluchtsort sollte langsam angegangen werden. Da ist etwas, an dem langsamen fahren eines Pferdewagens, dass alles ein bisschen realer scheinen lässt. Während das Pferd namens Su Su uns langsam über die Feldwege führte, beobachteten wir die vorbeiziehenden Tempel und das hiesige Leben der Menschen: Die Kuh- und Ziegenzüchter; Die unermüdlichen Straßenhändler; Die spielenden Kinder und die lächelnden und winkenden Mütter; Die breiten grünen mit Tausenden von Bäumen beschmückten Flächen; Die Pause zum Mittagessen; Die Fahrt erlaubte uns in die saubere Luft, in die großartige Küche Myanmars und in eine kulturelle Explosion einzutauchen.

Heißluftballon Flug

Aufblasen eines Heißluftballons in Bagan

Aufblasen eines Heißluftballons in Bagan – 3dman_eu / Pixabay

Es gibt nicht viele Ziele auf der Welt, die für ihre spektakulären Heißluftballon-Erlebnisse bekannt sind. Heißluftballonfahrten über die antiken Tempel von Bagan sind womöglich eines der mystischsten und exotischsten Erlebnisse die man weltweit finden kann. Am vierten Tag waren wir uns einig, dass wir uns solch eine Möglichkeit nicht entgehen lassen dürften. Am frühen Morgen, noch bevor die Sonne aufging, saßen wir bei Tee und Gebäck am Tisch und warteten drauf, dass uns ein Shuttle abholte. Nach einer kurzen Einweisung wurden wir einem Piloten zugewiesen und sowie die Morgendämmerung anbrach, blies die Crew den riesigen Ballon mit Hitze auf, während wir herumstanden und Fotos machten. Unser Ballon war für 16 Menschen gebaut, trug aber nur 8 Passagiere, so dass wir eine bequeme und relativ geräumige Fahrt erlebten. Als sich unser Ballon langsam in den Himmel drehte, sahen wir plötzlich den Sonnenaufgang über den Horizont blicken, und es war der einstigen Hauptstadt, allen Ehren nach, majestätisch. Die Strahlen der Sonne warfen, wie ein Theaterscheinwerfer, Licht auf eine unvergleichliche Szenerie und Kulisse: die weitläufige Ebene mit ihren tausenden von Pagoden, Tempeln, Stupas und Ruinen in Gold und warmen Backsteintönen. Das einzige hörbare Geräusch, war die Luft, die in den Ballon über unsere Köpfe blies. Das Gefühl gleicht einer Art Meditation. Wir waren im Moment. Nach knapp einer Stunde sanfter Luftfahrt hörte der Ballon auf sich gegen die Schwerkraft zu wehren und führte uns sanft zurück in Richtung Boden, wo sich bereits hilfreiche Hände versammelt hatten und die dafür sorgten, dass der Ballon gleich nach der ersten Bodenberührung fest verankert wurde.

Wir wollten es nicht wahrhaben, dass diese traumhafte Reise vorbei war.

Die Zeit, die wir damit verbrachten, mit E-Bikes, Pferdekarren und Heißluftballon an und über Tempel zu fahren und zu fliegen, um Sonnen auf- und Untergänge zu beobachten, waren eine der unglaublichsten Erfahrungen, die wir in Südostasien machen durften. Der ganze Ort sieht aus wie ein Gemälde, wenn sich der Nebel bei Sonnenaufgang durch die Pagoden windet. Auch den Sonnenuntergang aus guter höher zu betrachten ist ein Muss. Die Sonne geht hinter den Bergen und dem Irrawaddy Fluss unter und erhellt so die Pagoden in rosa und goldenen Tönen. Es ist einer der schönsten Orte, die wir besucht haben – vergleichbar mit dem Angkor-Thom-Komplex in Siem Reap oder dem Tal der Könige in Ägypten, und doch weitaus weniger von Touristen überlaufen.

Wir raten, sich bei diesem Besuch etwas Zeit zu lassen. Es gibt so viel zu sehen, so viel zum Kennenlernen. Bagan bietet uns eine einzigartige Möglichkeit, uns mit der hiesigen Kultur vertraut zu machen und ist ein Tor in eine neue, größtenteils unversehrte und alte Welt. Das muss man einfach gesehen haben.

– von Ulrike S.

Bereit für Ihre Reise nach Maß?

Träumen Sie ruhig weiter, wir gestalten Ihre Wunschreise.

Jetzt planen